2026 Alpinkletterkurs

Der fast traditionelle Sektions-Alpinkletterkurs im österreichischen Lechtal fand nach einigen Jahren Pause endlich wieder statt. Mit der Hermann-von-Barth-Hütte als Stützpunkt und einem der erfahrensten Alpinkletterausbilder der Sektion – Jürgen Puderbach – sowie seinen lernwilligen Schülern (generisches Maskulinum): Annette, Nils und Klaus.

Nach Trockenübungen an Jürgens eigenhändig vor Jahrzehnten mit Standplätzen versehenen Übungsfelsen wurde jede alpinklettertechnisch erdenkliche Situation durchgespielt, geübt, angewandt, korrigiert und wieder von vorn. So standen am Ende viele bezwungene Kletterrouten, drei Gipfel und hunderte beantwortete Fragen auf der Haben-Seite. Beeindruckend, wie Jürgen stets „das Warum“ und die Historie zu jedweder Technik zu erläutern vermochte.

Alles ungestört durch lästigen Handyempfang – 5 Tage Connectivity Detox, Wellness pur!

Auf das 70 m tiefe „Wolfebner-Prusik-Loch“ musste dank guten Wetters nicht zurückgegriffen werden (leider).

Klar verdeutlicht wurde zudem die Wichtigkeit der Schutzausrüstung durch einen Steinschlag-Volltreffer zentral auf Annettes (letztes e stumm) Helm.

Die seit dieser Saison neuen Hüttenwirte Sonja und Ronny sind überaus freundlich und bemüht, sehr serviceorientiert, wenn auch unmusikalisch – das Markenzeichen ihres 20 Jahre langen Vorgängers Harald.

Allein der morgendliche Kaffee könnte etwas stärker sein, um die biologischen Prozesse rasch vor Tourstart in Gang zu setzen, sowie die Portionen beim Abendessen großzügiger – oder zumindest Nachschlag ohne 5,50 € Aufpreis.

Anders als bei DAX-Vorständen lag der Frauenanteil auf der Hütte bei geschätzt 80 %. Viele – bis auf den Bergführer – komplett weibliche Gruppen, von jung bis erfahren, scheinen die Schönheit der Berge für sich entdeckt zu haben.

Allgemein sehr positiv: das zivilisierte – kaum tätowierte – Klientel der Hütte!

…abgesehen von fünf Lechtal-Hillbillys, die es mit ihren dicken Bäuchen gerade so zur Hütte schafften, nach jedem Bier noch lauter grölten und einer Packung Zigaretten p. P. sägenderweise allen anderen den Schlaf raubten. Gott sei Dank rollten sie am Folgetag zurück, woher sie kamen.

Als aktive Mitglieder der DAV-Familie brachten wir uns natürlich auch beim nackig Schlangestehen und Waschen unter der Gardenadusche vor der Hütte gerne ein :-).

Fazit:
Ein toller, lehrreicher Kurs mit einer chemisch harmonierenden Vierergruppe, welche gerne wieder zusammenkommt.

Besonderer Dank unserem Ausbilder, der trotz Erkältung durchzog – Chapeau.

Berg Heil,
Klaus Flitsch

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