2026 Trailfeuerwerk

Vier Tage Trailfeuerwerk im Engadin in Scuol

Sehr unterschiedliche, anspruchsvolle Trails durch verschiedene Vegetationszonen und Landschaften: Hochalpin mit Schotter und verblockten Passagen, flowig über Trails entlang von Wiesen in höchste Zirben- und Lärchenwälder, dort teilweise über grobe Wurzelfelder hinweg oder mit Steilpassagen und Spitzkehren im Wald ins Tal.

Wir waren eine sehr homogene Gruppe von fünfzehn begeisterten MTBlern mit der Vorbereitung von Jörg, Marvin und Mark. Letztere führten uns professionell die Berge hoch und die Trails hinunter mit gezielten Erklärungen und wertvollen Tipps für die unterschiedlichen Abschnitte. Unten hatte immer wieder jeder ein Grinsen im Gesicht. Wir hatten einen großen Aktionsradius und viele zusätzliche Tiefenmeter dank Shuttle und Lift.

Untergebracht waren wir wieder mitten in Scuol in Wernis Bikevilla - morgens und abends mit bester Verpflegung und frischen Schmankerl aus dem Engadin. Das bekannte Trail Ale, das lokale Bier, welches die Pflege der Trails mit einem Franken pro Flasche unterstützt, durfte dabei nicht fehlen.

Nach der Ankunft an Tag 1 begleitete uns Werni höchstpersönlich als Guide auf unserer Erkundungstour. Sich einfahren bei Regen, Schlamm, nassen Wurzeln und herausfordernden Steilabfahrten - auch das hat was. Eine größere Regenfront nach der ersten Schlammschlacht wurde in einer Tankstelle mit Kaffee überbrückt. Die Dame hinter der Theke lobte uns als „die nettesten Mountainbiker, die jemals da waren“, obwohl es ja nicht ausbleiben konnte, dass wir die Tanke nicht ganz so sauber hinterlassen konnten, wie wir sie vorgefunden hatten. Dann nochmals hoch, vorbei am Künstlerschloss und rein in den dunklen Wald für eine lohnende Steilabfahrt.

Trotz anderer Wettervorhersagen blieben die folgenden Tage trocken. Tag 2 begann mit einem Shuttle bis Val S-Charl, von dort pedalierend durch den höchsten zusammenhängenden Arvenwald Europas zum Alp Astras Tamangur und weiter bis Funtana da S-Charl. In hochalpiner Kulisse eine teils ausgesetzte, beeindruckende und spannende Trail-Abfahrt bis zum Ofenpass, danach rasant weiter, wieder in den Wald den Hang entlang flowig bis nach Müstair. Mit dem Shuttle wieder zurück zum Ofenpass und über den Pass da Costainas schiebend und teils tragend zurück nach Scuol – immer wieder über Trails durch die Zirbenwälder mit atemberaubenden Ausblicken und einem schneebedeckten Ortler am Horizont. Ein Jäger namens Peter fand Gefallen an unserer Gruppe und berichtete stolz von seinen Jagderfolgen der letzten Tage.

An Tag 3 war die Tour auf den Piz Clünas angesagt mit Schieben, Tragen, eventuell ein bisschen Fluchen – egal wie – jedenfalls Durchhalten bis zum Gipfel. Zwischendurch gab es eine kurze Technikeinheit von Marvin mit Tipps und Tricks zu unterschiedlichen situationsangepassten Möglichkeiten zum Tragen des Bikes und den verschiedenen Schiebetechniken. Oben dann die Belohnung mit einem grandiosen Ausblick rundum und eines tollen zusätzlichen alpinen Trails weit über der Baumgrenze… inklusive eines Plattens bei der Abfahrt (glücklicherweise dem einzigen Defekt an diesem Wochenende). Nach einer Einkehr auf der Hütte Alp Laret Ftan weiter auf flowigen Trails durch die Wälder mit Wurzeln, Steilpassagen und Spitzkehren. Der Abend war kulinarischer Höhepunkt des Wochenendes: mit Wernis legendärem Barbecue, Trail Ale und Wein – und einem unvergesslichen Abendrot.

Das Biken am letzten Tag war nicht nur Ausklang, es war ein Höhepunkt für sich. Die Champatsch Tour führte uns über die Fuorcla Champatsch und zu einem schier endlos anmutenden Trail wieder durch unterschiedliche Vegetationszonen, der noch einmal alles bot: Mondlandschaft in schwarzen, roten und grünen, hochalpinen Geröllfeldern, ausgesetzte Stellen, Spitzkehren, Wurzelpassagen, verblockte Passagen und flowige Abschnitte ins Val Sinestra. Über zwei Hängebrücken überquerten wir den wilden Bergbach la Brancla, der weiter unten in den Inn mündet. Das nächste Trail-Schmankerl führte uns zurück Richtung Sent und nach einer kleinen Pause folgte der Abschluss über den spitzkehrenlastigen Märchenwaldtrail nach Scuol.

Autor: Andreas Greif

Bilder: Andreas Greif

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